| CAN deutsche Avantgarde-Rockgruppe CAN gilt als eine der deutschen Rockbands der ersten Stunde. Jedes einzelne Bandmitglied - fast alles ausgebildete (Berufs-) Musiker - brachte seine Individualität, seinen kulturellen Background, seine Ansichten von Musik, Strukturen, Farben und Rhythmen gleichberechtigt in die Gruppe ein. Das Prinzip war Intuition, spontane Komposition, Hören auf das Ganze und grenzenlose Experimentierfreudigkeit. CAN wurde oft mit Gruppen wie PINK FLOYD, AMON DÜÜL oder KRAFTWERK verglichen. Und wie alle deutschen Avantgarde-Bands, waren CAN vor allem in England hochgeschätzt und populärer als in Deutschland. Holger Czukay (*24.3.1938 in Danzig) flog 1962 bei der Berliner Musikakademie raus, studierte dann Komposition bei Karlheinz Stockhausen und nahm an den "Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik" teil. An den Wochenenden spielte er in einem Tanzmusik-Trio namens THE JETLINERS Gitarre und Kontrabaß. Ab 1966 verdiente er seine Brötchen schon auf seriösere Art, als Musiklehrer. Czukay war auch als Dirigent verschiedener Kammer- und Sinfonieorchester, z. B. der Wiener Symphoniker und des Radio-Symphonieorchester des NDR tätig und heimste Preise ein. "In dieser Zeit hatte ich von Rock-Musik keine Ahnung. Sie lag vollkommen außerhalb meines Erfahrungsbereiches." Im Schweizer St. Gallen schließlich bekam das Schreckgespenst der deutschen Konservatorien eine Anstellung als Musiklehrer. Michael Karoli (*29.4.1948 in Straubing) wechselte als Kind von Klavier- zu Geigenstunden und spielte in einer Schulband Banjo. Mit 15 kaufte er sich eine Gitarre. Sein Studium führte ihn in die Schweiz, wo er in verschiedenen Avantgarde-Jazz- und Rockbands spielte. Dort lernte er 1966 den eher auf zeitgenössische klassische Musik fixierten Holger Czukay kennen. Die beiden befruchteten sich gegenseitig. 1967 kehrte Karoli nach Deutschland zurück um Jura zu studieren. Jaki Liebezeit (*26.5.1938 bei Dresden) lernte als Kind Trompete und Klavier, spielte in einer Schulband Schlagzeug und machte bei einem Auftritt die Bekanntschaft von Manfred Schoof, dem damaligen Repräsentanten der deutschen Free-und Avantgarde-Jazz-Szene. Später wohnte er in Köln und musizierte mit Schoof und anderen Jazzmusikern. Von 1961 bis 1965 lebte er in Spanien. 1966 stieg er fest ins Manfred-Schoof Quintett ein. Hier hörte ihn Irmin Schmidt und die beiden freundeten sich an. Liebezeits Schlagzeugstil entwickelte sich aus ethnischen Musikformen, dem Free-Jazz und seiner Enttäuschung über ihn. Neben Schlagzeug spielte Liebezeit auch einige Blasinstrumente. Irmin Schmidt (* 29.5.1937 in Berlin) sang als Kind im Kirchenchor seiner Schule. Von 1957 bis 1959 studierte er Klavier und Flügelhorn in Dortmund und wurde anschließend Klavierlehrer. An der Essener Folkwang-Akademie führte er seine Klavierstudien fort und ergänzte sie noch durch Meisterkurse in Komposition und Dirigieren. Als Gründer und Dirigent des Dortmunder Jugendorchester und des Ensembles für Neue Musik machte er sich bald einen Namen. In seinen Konzerten wurden neben dem konventionellen klassischen Repertoire auch Werke zeitgenössischer Komponisten wie Morton Feldman, John Cage, Olivier Messiaen und Luigi Nono aufgeführt. In Salzburg wollte Schmidt sein Dirigier-Studium vollenden. Dann zog er nach Köln und besuchte die Kölner Kurse für Neue Musik bei Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur und Luciano Berio und auch Veranstaltungen über ethnische Musik in der Kölner Uni. 1964 gewann Schmidt den Preis der Bundesauswahl junger Künstler, der ihm die Stelle des Dirigenten des RSO Hannover eintrug. Auch als Kapellmeister am Aachener Theater und Gesangslehrer am Bochumer Schauspielhaus war er tätig. Mittlerweile begann er Musik für Theaterstücke, Kinofilme und Fersehspiele zu komponieren. Im Januar 1966 flog er nach New York auf ein Dirigenten-Forum, wo er mit Leuten wie Terry Riley, La Monte Young und Steve Reich zusammentraf. Der zeitgenössische Musikbetrieb und seine Berufsstruktur gefielen ihm immer weniger und er wandte sich von der sogenannten "klassischen" Musik ab um sein Interesse auf andere Richtungen außerhalb derselben zu richten. Czukay und Karoli trafen sich 1968 wieder und Czukay stellte Karoli Irmin Schmidt vor, den er bereits von den Darmstädter Kursen her kannte. Im Juni 1968 trafen sich Czukay, Karoli, Liebezeit und Schmidt in Köln zum gemeinsamen Musizieren. Aus diesen Treffen ging schließlich CAN hervor. Schmidt bearbeitete die Tasteninstrumente, Czukay (b) bildete mit Liebezeit (dr) die minimalistische Rhythmusgruppe, Karolis Gitarrenstil war eine Verschmelzung aus Rock, Folk und Zigeunergitarre und wurde zu einem Charakteristikum der Musik von CAN. Karoli beeinflußte viele Gitarristen nach ihm. Neben Gitarre spielte er auch Violine. Zu ihnen stieß noch der Amerikaner David Johnson (fl). CAN verfügten über ein eigenes Studio in der Nähe von Köln und traten als eigene Produktionsfirma "Inner Space" auf. Dann zog die Band in ein nicht mehr benutztes Kino um. Bis zum Kauf einer 16-Spur-Bandmaschine 1974, wurden alle Songs auf Zweispur aufgenommen. Czukay erwies sich dabei als versierter Tontechniker. Durch ihre Arbeitsweise räumte die Gruppe auch mit dem Klischee auf, daß man ohne hochbezahlte Studiotechnik keine vernünftige Musik machen könne. CAN produzierten sich selbst. Sie verfügten von Anfang an über ein eigenes Studio mit eigenem Equipment, wo sie ohne Zeitlimits und ohne den korrigierenden Einfluß Unbeteiligter arbeiten konnten. Im August 1968 lernte Irmin Schmidts Frau Hildegard Schmid in Paris den New Yorker Bildhauer Malcolm Mooney kennen. Er wurde der Sänger der Gruppe. Im November nahmen alle sechs die Musik für den gleichnamigen Film "Kama Sutra" auf (Music Factory, 1968). Einen Monat später verließ Johnson die Band. Heute ist er Direktor des Elektronischen Musikstudios an der Musikakademie Basel. Der neue Name der Band lautete THE CAN, der Artikel wurde aber bald weggelassen. Das türkische Wort "can" bedeutet Leben oder Seele, das japanische Wort "kan" Feeling oder Gefühl. Schmidt erklärte spaßeshalber den Namen als Communism, Anarchism, Nihilism. In der nächsten Zeit veranstalteten sie mehrere Sessions und Konzerte. 1969 erschien auf dem kleinen Münchner Label "Musik Factory" das erste Album "Monster Movie". Die Erstauflage von 500 Exemplaren war in den ersten zwei Wochen ausverkauft. United Artist zeigte Interesse an der Band und 1970 kam ein Vertrag zustande. UA veröffentlichte das Album auch auf dem regulären Markt. "Unser Plattenvertrag kam so zustande: Mit dem fertigen Band bin ich monatelang von Firma zu Firma gegangen. Entweder sagte man: 'Ganz schön für eine deutsche Gruppe, aber die Amerikaner und Engländer machen das besser,' oder aber der Tenor lautete: 'Das ist ja sehr gut, aber ihr kommt aus Deutschland. Da müßt ihr erstmal ein paar Hits schreiben, damit ihr bekannt werdet.' Also auch bei der deutschen Industrie gibts diese Vorurteile gegen deutsche Gruppen. Auch Liberty war da anfänglich nicht anders. Wir haben daraufhin "Monster Movie" kurzentschlossen als Eigenpressung herausgebracht. Erst über diesen Umweg zeigte sich Liberty plötzlich sehr interessiert. Auch die englische Liberty war begeistert von der Platte und hat sofort eine Veröffentlichung angeboten." (Czukay) Dem Grundkonzept von "Monster Movie" folgten bis heute alle CAN-Platten: direkt und live im Studio eingespielt. Spontan entstandene Formen, absolute Freiheit aller Musiker innerhalb des vorgegebenen Gruppenrahmens. CANs Musik zeichnet sich durch die Fähigkeit, spontan zu gestalten aus. "Improvisation ist ein Scheißword, das sollte man mal ausrotten. Es führt nämlich nur zu Mißverständnissen. Also wir improvisieren nicht!" (Liebezeit) "Wir spielen jedesmal Formen, wir machen keine Improvisationen, sondern es entstehen immer wieder neue Formen, wenn wir spielen." (Schmidt) Die Professionalität der einzelnen Musiker macht das Experimentieren mit Fragmenten und das Sich-Entwickeln-Lassen von musikalischen Klein- und Großformen aus. Im September 1969 beauftragte Heiner Müller CAN, die Musik für sein Theaterstück "Prometheus" zu schreiben und zu realisieren. CANs Auftritt in diesem Rahmen war der erste Live-Act für ein größeres Publikum. Ende des Jahres verließ Mooney die Gruppe, um nach New York zurückzugehen. Ebenfalls 1969 veröffentlichte Holger Czukay zusammen mit Rolf Dammers, einem Kommilitonen aus Stockhausen-Kursen, die LP "Canaxis 5", Bänder mit Collagen ethnischer Musik, zu denen Czukay Baß spielte. Anfang 1970 wurde Abi Ofarim Manager der CAN. Im Mai traten CAN in einer Münchner Diskothek auf. Nachmittags erlebten Liebezeit und Czukay vor einem Straßencafe den Straßenmusiker Kenji "Damo" Suzuki. Sie waren so beeindruckt, daß sie ihn für ihr Konzert am gleichen Abend als Sänger anheuerten. Für die nächsten Jahre blieb Suzuki Sänger von CAN und trug durch seine breitgefächerte Vokalartistik zum avantgardistischen Ruf der Band bei. Um sich finanziell ein Standbein zu schaffen, lieferten CAN zahlreiche Soundtracks für Film und Fernsehn, so zum Beispiel Musiken für den Durbridge-Krimi "Das Messer", den Tatort "Die Tote Taube in der Beethovenstraße" von Samuel Fuller oder "Alice in den Städten von Wim Wenders. Ende 1970 bis Anfang 1971 fanden die Tago Mago Sessions statt, die später als Doppelalbum erschienen. Ofarim verzögerte das Erscheinen des Albums. Dahinter standen persönliche Differenzen, weil die Musiker Hildegard Schmidt als Managerin von CAN Ofarim vorzogen. Im Juni 1971 absolvierten CAN einen Auftritt beim Rock-Festival in Aachen. Im Dezember zog das Inner Space Studio um. Die ersten Aufnahmen, die in den neuen Räumen entstanden, waren die ARD-Auftragskompositionen zu der TV-Serie "Das Messer", nach dessen Ausstrahlung die Telefondrähte des WDR heißliefen, wegen der vielen Anrufer, die nach der Musik fragten. Das Titelthema "Spoon" kam als Single heraus und schaffte es auf Platz 1 der deutschen Verkaufshitparade. Im Februar 1972 gaben CAN ein Freikonzert in der Kölner Sporthalle vor 10.000 begeisterten Fans. Peter Przygodda machte daraus den 50-Minuten Film "Can Free Concert", der am 25.9.1975 in WDR 3 ausgestrahlt wurde. Im Mai gingen CAN auf ihre erste England-Tour. Im Juni erschien die LP "Ege Bamyasi" (der Name stammte von einer türkischen Konservendose), die CAN nun auch endgültig im Ausland bekannt machte. In der etablierten Musikpresse als durchgeistige Langhaarakademiker angesehen, erhielten CAN 1972 die Goldene Europa als interessanteste deutsche Pop-Gruppe. Im August erkrankte Karoli schwer an einem geplatzten Magengeschwür und CAN pausierten bis 1973. Nach dieser Zwangspause tourte die Band durch England und Frankreich, wo sie überall vor ausverkauften Hallen spielten. Wieder zuhause, begannen sie mit den Aufnahmen zur LP "Future Days", die später vom größten Teil der Rockpresse als bestes CAN-Album bezeichnet wurde. Im September verließ Suzuki CAN und heiratete eine Deutsche. Karoli übernahm den Sängerpart. Das Jahr 1974 begann mit einer Deutschlandtour, gefolgt von einer England-Tour. Im Sommer arbeiteten CAN an dem Album "Soon Over Bambaluma". Singleauskopplungen waren "Dizzy Dizzy" und "Splash". Ende des Jahres gingen sie wieder auf England-Tour, wo gleichzeitig das aus Archivmaterial bestehende Album "Limited Edition" veröffentlicht wurde. Im Mai 1975 unterschrieben CAN Verträge mit der deutschen EMI und der englischen Virgin. Im gleichen Jahr stand wieder Frankreich auf dem Programm, danach die Aufnahmearbeiten zur LP "Landed". Die Singleauskopplung "Hunters And Collectors" wurde zur Erkennungsmelodie der sechsteiligen ARD-Krimiserie "Eurogang", die ab September 1975 im Abendprogramm lief. 1976 absolvierten CAN ihre 5. England-Tour, Frankreich und Deutschland folgten. Mitte Juni 1976 begannen die Arbeiten an der LP "Flow Motion". Der Titel "I Want More" kam in England in die Charts und wurde CANs erster und einziger britischer Single-Hit. Der Song stammt übrigens aus der Feder von David Gilmour, im Gegensatz zu allen anderen CAN-Titeln, die ausnahmslos Gruppenkompositionen sind. Im Januar 1977 begannen CAN an dem Album "Saw Delight" zu arbeiten, das zum wegweisenden Weltmusik-Album werden sollte. Am Baß spielte nun Ex-Traffic-Bassist Rosko Gee. Czukay übernahm die Tontechnik und experimentierte mit sonstiger Elektronik - Tonbänder, Telefone, Kurzwellensender und anderen elektroakustischen Dingen - rum. Im Mai verließ Czukay CAN endgültig und ging eigenen Projekten nach. Das von den Musikern selbst wenig geliebte Album "Out Of Reach" wurde auch ihre erfolgloseste LP. Im Dezember nahmen CAN die Single "Can Can/Can Be" auf, der das berühmte Can Can-Thema von Jacques Offenbach zugrundeliegt. Sie wurde Anfang 1978 zur Feier des zehnjährigen Bestehens von CAN veröffentlicht. Die LP "Can" erschien Anfang 1978 und wurde besser aufgenommen, als "Out Of Reach". Der Titel "Aspectacle" wurde zur Erkennungsmelodie des ZDF-Kulturmagazins Aspekte verwendet. 1978 verließ Karoli Köln und zog in die Nähe von Nizza, wo er sein eigenes Studio, das Outer Space Studio, aufbaute. Im Herbst 1978 wurde in England das von Duncan Fallowell zusammengestellte Doppelalbum "Cannibalism" veröffentlicht. Der Covertext stammt von dem damaligen Sänger der BUZZCOCKS, Pete Shelley. Ende des Jahres verständigten sich die Mitglieder darauf, die Aktivitäten von CAN auf unbestimmte Zeit einzustellen. Hildegard Schmidt hielt nach der Auflösung die Kontakte zu den einzelnen Musikern aufrecht. 1979 veröffentlichte Czukay seine Solo-LP: "Movies" und heimste heißes Lob der Kritik sowohl in Deutschland (Musiker des Jahres 1979) und England ein (NME: eines der besten 5 Alben). "Movies" besteht aus einer Montage von aufbereiteten Tonbandschnipseln, zu denen Liebezeit eine Schlagzeugspur einspielte. 1980 erwarb Hildegard die Rechte aus allen United Artists-Veröffentlichungen von CAN und gründete das Label "Spoon-Records", ein Label, das speziell für CAN-Produktionen gedacht war. Ende der 80er Jahre begannen CAN, ihre alten Platten in CD-Editionen auf diesem eigenen Label herauszugeben. Seit 1980 lebt Schmidt mit seiner Frau und Tochter in der französischen Provence und produziert in seinem Studio Rossignols Film- und Fernsehsoundtracks, immer wieder unterstützt von den anderen CAN-Mitstreitern. Auch als Komponist ist er tätig. So arbeitete er beispielsweise 1982 an einer Komposition für Sinfonieorchester und Jazz- und Rocksolisten, einer Auftragskomposition des NDR. 1983 komponierte er einen Soundtrack für die Fernsehserie "Rote Erde". 1981 erschien Czukays zweites Album "On The Way To The Peak Of Normal" (allerdings nur in Japan), 1983 seine dritte Solo-LP "Der Osten ist rot". Anfang der 80er Jahre arbeitete Czukay auch mit mit den EURYTHMICS und TRIO. Ende 1984 gab er zwei Konzerte. In Köln mit Liebezeit, Karoli und Jah Wobble (Bassist von PUBLIC IMAGE LIMITED), in Berlin mit Karoli und Liebezeit im WDR-Rockpalast. Mit Wobble nahm Czukay auch eine EP auf. 1984 erschien auch Karolis erstes Solo-Album "Deluge". An den meisten Filmsoundtracks und Solo-Alben von Irmin Schmidt und den anderen CANs war Karoli beteiligt. 1984 und 1985 arbeitete Czukay an zwei Lps von David Sylvain (Ex-JAPAN) mit: "Brillant Trees" und "Gone To Earth". 1985 erschien eine Solo-Single: "Hey Baba Rebop" sowie das Album "Rome Remains Rome" mit Beteiligung von Wobble und Karol Woytila (vocals auf "Blessed Easter"). Während der ganzen Jahre war Czukay weiterhin als Lehrer in Musikkursen und Workshops tätig sowie als Ko-Musiker und Produzent verschiedener Künstler. Ende der 80er kam er wieder mit David Sylvain zusammen. Ergebnis sind die beiden Alben "Plight And Premonition" und " Flux-Mutability". Mitmusiker waren wieder Liebezeit und Karoli sowie die Stockhausen-Söhne Micky und Markus. 1986 ließ Szuki sich scheiden und gründete die DAMO SUZUKI BAND, in der auch Liebezeit mitwirkte. Anfang 1986 schließlich einigten sich Czukay, Schmidt, Liebezeit und Karoli darauf, eine neue Platte aufzunehmen. Anfragen bei Suzuki ergaben negative, bei Mooney positive Bescheide. Dezember 1986 gingen die fünf ins Studio. Im Frühjahr 1988 trafen sie sich noch einmal im Outer Space Studio, um für die CAN-Dokumentation eines österreichischen Video-Teams vor die Kamera zu treten und auch das aktuelle Album "Rite Time" abzumischen. Am 31.5.1989 schlossen sie einen weltweiten Exclusiv-Vertrag mit Phonogram ab. 1987 veröffentlichte auch Schmidt sein erstes "richtiges" Solo-Rockalbum "Music at Dusk" mit Beteiligung von Karoli, Liebezeit, Trilok Gurtu, Manfred Schoof u. a. Die Komposition von Film- und Fernsehmusik ist und bleibt aber fester Bestandteil von Schmidts Arbeit. So stammen die Musiken für "Kein Schöner Land", "Reporter" etc. aus seiner Feder. Aber er komponiert auch Bühnenmusiken und begann 1988 mit der Arbeit an seiner ersten Oper, einem Auftrag des Schott-Verlags Mainz. Ende 1988 beendete Czukay die Arbeit an einem weiteren Solo-Album "Radio Wave Surfers", wieder mit Unterstützung von Liebezeit und Karoli und dem Sänger Sheldon Angel. 1988 entstand auch das Video-Musical "Krieg der Töne", das am 19. April vom ZDF ausgestrahlt wurde. Auf dem 1989er Album "Rhythms Of A Secret Life" experimentiert Czukay mit Stimmen von Walen als Lead- und Backvocals. Auch Liebezeit spielte außer mit CAN mit einer Vielzahl von Musikern wie Brian Eno, Joachim Witt, EURYTHMICS, Michael Rother, ist auf den meisten Solo-Alben von Czukay vertreten und auf fast allen Filmsoundtracks von Irmin Schmidt. Nach der Auflösung von CAN gründete Liebezeit seine eigene Gruppe mit Dominik von Senger und Helmut Zerlett. THE PHANTOM BAND brachte drei Alben heraus. 1986 beteiligte er sich auch an dem Bandprojekt von Damo Suzuki. Heute lebt Liebezeit in Köln. 1991 erschien der Nachfolger von Schmidts "Musk at dusk", "Impossible Hollidays", wieder mit Unterstützung der CAN-Leute. Diskografie: Best Of/Hitlist:
"Movies"
(1980)
mit Jaki Liebezeit
und Jah Wobble: mit Jah Wobble und
The Edge: mit David Sylvain: Irmin
Schmidt: mit Bruno Spoerri:
"Deluge"
(1984), Spoon Records THE PHANTOM BAND: "Phantom
Band" (1980), Sky Literatur:
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